Die Bräute (November 1917)

Wenn der weiße Nebel steiget…
Wunderbar? Nein, wie Krätze und Läuse
Ein Stoßen und Drängeln hebt an auf dem Chemin des Dames
Die Bräute sind’s von Hurtebise
Immer wieder im November, sie fluchen und fluchen
Sie, Verlobte
Sie, Liebende
Sie, Geliebte
Ungewitter, jungfräulich, wirbelt
Aus jedem Schritt, lassen Erde erzittern
Die in ihr liegen, die Männer, ihr war einmal
Flehen weder Gott noch Himmel an
Ihr Schreiten skandiert ein Fuchsteufelswild
Und weh dem, der sich vertrödelt auf dem Chemin
Schwarz gehagelt, von Schloßen erschlagen
Verschluckt vom Mitternachtssturm
Junge Frauen, immer wieder, wie Wellen
Knurren und schreien und heulen
Wo die Verlobten, was Leib uns und Lieb’ ist gewesen?

Unersättlich der beißende Kuß in die Wange
Ich lehne mich gegen die Friedhofsmauer
Sei, Himmel, mir gnädig

Sonst bin, in dem Wirbel, ich vollends verloren.

Original bei “Je peins le passage” von Raymond Prunier

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