wir schließen die augen …

wir schließen die augen
für herzen und
wunderkerzen
sind die augen zu bunt

hochklappen den kragen
rechts steht dann: ab
was uns störte
las der souffleur uns ab

„da geht er, der heinrich
dreht dann und wann
sich zuschanden
und den kopf, wenn er kann“

wir können’s nicht verstehn
wortfindelkind
’s dippen augen
wo sich ein buchstab’ findt’

„fern ist er nun, heinrich
der und in acht
vor den frauen
sich nehmen: und er lacht

wir müssen’s nur ausstehn
kümmert’s mich: wort
das du sprachest?
wir ist dem ich wirrort

„es küssete heinrich
zunge von erz
ließ er’s bluten
da zerriß ich s e i n herz“

was soll das fleh’n und fleh’n?
hab’ über das haupt
mir gegossen
tränen, die ich geraubt

„doch bin ich nicht kleinlich
auf brunnens grund
fließt wasserstrom
bin ich nicht selber rund?“

ja! lieblich wie üblich
am wiedersehn
will das leben
vom tode auferstehn

wir sind nur die stunden
die wir verbracht
ich das symptom
meines tags, meiner nacht

Ich wollte mich erheben

lyrisches intermezzo LXIV (nach vorgeschriebenen endreimen)

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