Mo 18.1. Nödels Geburtstag …

Mo 18.1. Nödels Geburtstag! Nachts aufgewacht u. Nödl. gratuliert. Versuchte rotes buntes Streichholzflämmchen. Hölzchen waren aber verdorben u. so wurde es nur sehr winzig. Nödl. freute sich aber. Dann am mo schnell zur Post gel. Karte f. Monis Geb. wegbringen, dabei (wir hatten die letzten Tage recht knapp gelebt, A. sagte: müssen mit 100 DM auskommen, wenn Ro[wohlt – meine Ergänzung] nicht zahlt) schnell mit jetzt mehr Geld schönes z. Abendbrot eingekauft und noch ne Schokolade und Kekspackung. Zu Haus dann gleich ein Geburtstagstischel gebaut (A. hatte inzw. noch ein kleines Pensum Reinschrift gemacht. Machte also aufs Tischchen wie Weihn. gedeckt die Torte, Naschteller mit Rumkugeln, Waffeln, Bonbons u. Walnüssen, 2 Schokoladen u. 2 Kekspackungen, sein Kleckschen, ja und da kein günst. Bücherangebot kam, so sollte er erspartes Geld für Büchel, zu dem ich noch 5 DM dazu tat, also 10 Mark haben. Da hab ich ’n kleines Papierkörbel gemacht mit ’m Stoff-Deckchen drauf, daß ’s wien Puppeneinkaufskörbel aussah, grünes Papiergras rein, dazwischen die 10 Mark in Hartmünzen und winzigen Eilbrief oben drauf der ankündigte, daß dies Geld im 1. Halbj. 54 für Bücher zu verwenden ist. Lichtel angezündet. Darüber freute sich Nödel nun sehr, vor allem auch über die Körbchenidee.
Heute Alices Tagebuch von 1954 angefangen, immerhin mein Geburtsjahr. Entzückend diese privaten Details (etwa auch am 2.1.54: „Chief sick: no talk.“)… und wer hinderte mich nun, Arno Schmidt fortan selber einen „Nödel“ zu nennen?

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