mein Mund vor mir plapperte; Er

Arno SCHMIDT, Fragmente

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6 Antworten zu

  1. laralia sagt:

    chaos da wirken undichtere tausendsassas,
    die mich in abertausende von seiten einpacken,
    damit ich mich auf vier buchstaben hocke
    und fünf nicht wahrnehme.

    es genügt nicht,
    ihnen die münder mit honig zu verkleben.
    sie werden nie lernen,
    mit den augen zu sprechen
    und mit den ohren zu singen.

    • parallalie sagt:

      Vgl. „Dichter machen“ in Arno SCHMIDT, Fragmente: „Seufzen + Vorschlag: sich selbst neue Dichter, nach seinem eigenen Ideal schaffen!“

    • laralia sagt:

      ideal zu oft tappte sie nachtumdunkelt
      in die spuren der wahrheit.
      die zertrat ihr den kopf:
      schmarotzerin!
      kriechendes schmiegendes schmeißgeflügeltes gewürmchen!
      fett werden in meinen wunden, meinem vergehen?

      wahrheit hinterläßt keine spuren
      lächelte das morgengrauen

    • parallalie sagt:

      wahrheit ruht im augenblick und wird im nächsten durch die nächste ersetzt oder mit dieser verquickt. drum sucht, wer DIE wahrheit sucht, vergeblich. er findet nur die seine, in unendlichen ab- und verwandlungen.

      Aus dem Leben heraus sind der Wege zwei dir geöffnet:
      Zum Ideale führt einer, der andre zum Tod.
      Siehe, daß du bei Zeiten noch auf dem ersten entspringest,
      Ehe die Parze mit Zwang dich auf dem andern entführt.

      (SCHILLER, Die idealische Freiheit)

    • laralia sagt:

      wahrheit »Nicht die ans Licht beförderten Wahrheiten führen zu Revolutionen, sondern Wahrheiten, die unterdrückt werden.<<
      Die Wahlmänner des Departements Seine-et-Oise 1792,
      als Anwort auf die Revolution von 1789.

    • parallalie sagt:

      das mit der wahrheit scheint mir ein ziemlich heikles thema. weil m.e. eine wahrheit nicht dem entspricht, was man mit „das stimmt“ apostrophiert, und was als sozialer katalysator vielleicht fungieren mag. insofern ist es müßig, darüber diskutieren zu wollen, denn entweder ist etwas wahr oder es ist nicht wahr, in dem sinne, daß a nicht b ist, a aber a. aphorismen führen deshalb nicht zur wahrheit, wohl aber (das gestehe ich zu) zu einem abwägen von interessen, denn was ich hier unterschwellig herauslese, läßt sich auf ökonomische interessen zurückführen. der satz steht daher dialektisch einer anderen wahrheitsebene und interessenebene entgegen.

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