Indische Serenade (Montale)

Indische Serenade

Unser doch das Sichauflösen der Abende.
Und für uns der Streifen Lichts, der vom Meer aufsteigt
zum Park und die Aloen, sie schneidend, verletzt.

Führ mich ruhig an der Hand, wenn du dir vorstellst
zu glauben, mit mir zu sein, wenn ich so toll bin,
dir weithin zu folgen, und das, was du da drückst,

das, was du sagst, in deiner Macht zu liegen scheint.

***

Und wäre es dein Leben, das mich zurückhält
auf den Schwellen – könnt’ ich dir geben ein Gesicht,
dich als Gestalt phantasieren. Aber es ist,

es ist nicht so. Der Krake, der seine Tinten-
arme in die Klippen vor- und dann hineinstreckt,
kann sich deiner bedienen. Und du gehörst ihm

und weißt es nicht. Du bist er, glaubst du zu sein.

SERENATA INDIANA

È pur nostro il disfarsi delle sere.
E per noi è la stria che dal mare
sale al parco e ferisce gli aloè.

Puoi condurmi per mano, se tu fingi
di crederti con me, se ho la follia
di seguirti lontano e ciò che stringi,

ciò che dici, m’appare in tuo potere.

***

Fosse tua vita quella che mi tiene
sulle soglie – e potrei prestarti un volto,
vaneggiarti figura. Ma non è,

non è così. Il polipo che insinua
tentacoli d’inchiostro tra gli scogli
può servirti di te. Tu gli appartieni

e non lo sai. Sei lui, ti credi te.

Eugenio Montale: Serenata indiana – dt. von mir.

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