Leere Verheißungen eines “kleinen Jerusalem“: Web-Entertainment. Das kleine Ghetto von Pitigliano macht aus dem Städtchen keine himmlische Stadt. Aber zum ersten Mal eine Synagoge betreten: mit Käppchen. Ich dachte, es müßte sonst was passieren. Aber es passierte überhaupt nichts. Ich stand in einem nüchternen Raum und verstand gar nichts. Im Museum Fotos von Auschwitz neben liturgischem Gerät. Das sagte mir auch nichts. Und überhaupt: liturgisches Gerät!

Erst gestern lieferte ich die Übersetzung für einen Kurzführer durch ein Dommuseum ab: O du heil’jer Nagel! Um zu sagen: Liturgie ist Liturgie und somit Gottes-Dienst. Da ist für mich kein Unterschied. Vor dem Museum natürlich ein Geschäft: Alles, was koscher ist, gab’s zu kaufen. Hauptsächlich Wein. Da hat man dann etwas Exotisches zum Trinken. Jerusalem ist wohl doch nur ein Innen, Auschwitz auch. Das an ein Außen weitergegeben, im Jetzt aufhört zu existieren, eben weil es nicht mehr existiert, oder noch nicht, solange ich nicht – sagen wir – im wirklichen Jerusalem gewesen bin. So bin ich nur einer Verheißung aufgesessen, die nicht eingelöst wurde. Vielleicht ja eine beiderseitige Nichteinlösung. Wichtiger war sowieso, daß ich mit S. dort war. Und hingefahren bin ich auch nur, um mit S. zusammenzusein.

…dennoch, die Schatten, die mehr sagen, als der sie werfende Gegenstand!

…le désir, obskur sich bäumend in der Wölbung der sich in einem Punkt vereinigenden Kuppeln.
Solche Tage…! Die sich nicht wiederholen lassen…

Dieser Beitrag wurde unter Unkategorisiert veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.