Salustius, Über die Götter und die Welt – 14,1

14,1 Wenn es jemand für gut gesagt und wahr hält, daß die Götter unveränderlich sind, es aber andererseits problematisch findet, daß sie angesichts solch einer Natur den Guten helfen und die Bösen fernhalten können, sich über den erzürnen, der sündigt, und beschwichtigt werden können, falls ihnen gedient wird, dann muß man antworten, daß ein Gott sich nicht freut, denn was sich freut, das leidet auch; er gerät nicht in Zorn, denn auch der Zorn ist eine Leidenschaft; auch kann er nicht durch Gaben beschwichtigt werden, denn sonst gäbe er dem Vergnügen nach. Kurz, es ist nicht zulässig, daß das Göttliche auf die menschlichen Angelegenheiten reagiere: weder positiv noch negativ. Jene sind vielmehr immer gut und helfen nur; und niemals fügen sie Schaden zu, denn sie bleiben in ein und derselben Haltung konstant. Vielmehr sind wir es – wenn wir gut sind -, die durch Ähnlichkeit in Verbindung zu den Göttern treten, und die sich durch Unähnlichkeit von ihnen loslösen, wenn wir böse werden; und wenn wir tugendhaft leben, dann halten wir uns in dieser Verbindung, werden wir hingegen böse, wird sie uns abhold: Und das nicht insofern, als jene sich erzürnen, sondern weil unsere Fehler sie behindern, uns das Licht zu vermitteln, wobei wir uns – umgekehrt – mit den strafenden Dämonen in Verbindung setzen.

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Einleitendes

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