zwiesprach 2

Er: hättste gern, daß es raschelt, doch horch, wie’s pfeift. ach nein, das waren ja die heizkörper. aber nun ist’s der nordwind.
Ich: besser wohl Rachelle.
Er: Diotimens raschelengel im „Mann ohne Eigenschaften“?
Ich: ja. doch welche mühsal, mein lesepensum kommt ins wanken.
Er: immer langsam voran. andere zeiten, andere rhythmen. langer atem.
Ich: und kurze stoßseufzer in der gegenwart.
Er: einmal pusten, und das gedichtchen beschlägt die innere fensterscheibe, so daß man draußen nichts mehr sieht.
Ich: so ja nun auch wieder nicht. die beschlagene fensterscheibe war schon immer fatal für wischende finger. darum haucht man sie ja oft willentlich an.
Er: und wo man wischt, wird’s verzerrend.
Ich: entzerrend, weil es durch scheinbare verzerrung das verzerrte zurechtzerrt.
Er: zerrstör mir meine kreise nicht!
Ich: sprach’s und ward das opfer geistiger bewaffneter niederungen.
Er: du kannst ja immer noch das beherzigen, was dir gestern empfohlen wurde: think BIG.
Ich: aber im kleinen.
Er: das ist ja nun wurscht. little big man.
Ich: hier, trink schon deinen kaffee : big brother is watching.
Er: verstehe: die arbeitsmoral, die arm in arm mit den ökonomischen bedürfnissen dem gassenhauer von der pflicht nachschunkelt.
Ich: helau!

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