Es scheint, daß die Rasna („Menschen“ – so nannten sie sich) Gebiete teils gewaltsam eroberten, teils über den Handel friedlich druchdrangen. Wie auch immer, in relativ kurzer Zeit kam es zu komplexen Formen ethnischer Verschmelzung sowie zu einer starken Hegemonie der Sprache und Kultur. (Außer in den Fällen der Unbeugsamen, etwa den Ligurern und Latinern).

Umbrische Träume

Grünes Geprassel,
häuslicher Rauch
aus den rosafarbenen Aalen des großen Herdes,
und das gekräuselte Gras treibt beim ersten Mond,
zart und unversehens,
wie die Aprikosen im Lenz.

Ein Erinnern aus
reinem Silber, geschmolzen in Formen,
ein Kosen verkümmerter Apfelbäume
und ebener Behausungen,
wie Bergmägde geschnitten.

Noch widersteht Zuflucht
im geblasenen Kristallglas
mit seiner Rubintransparenz,
und das Viertelmaß,
angeschmarrt baumelnd,
röstet langsam die Farbe des Pflaumenbaums.

Karren lösen sich auf
im morgendlichen Dunst,
es nagt an ihnen feiner Rauhreif.

Hohe Krieger in schwarzen Mänteln,
Erinnerung einer Urtrauer,
recken kehlige Stimmen und dennoch Schwerter,
zweischneidig, freundlich vielleicht.

Es wird nicht gekämpft,
da der Mars des Gelübdes genesend,
im ersten sanften
Meerwinterweiß.
Hetum ale vinum usi
                        ein Trankopfer biete dar, den Wein schenk aus.

Es tanzen leicht, inmitten der Fohlen, umbrische Brüder.

(übersetzt nach: Anonimo „Al tramonto del Sole – Usil repìne – Frammenti epici e lirici. La disperata storia del popolo etrusco” – Arezzo 1997)

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